Hauptbanhof - Wien

Masterplan

Luftbild???Ein städtebaulicher Masterplan gibt die künftige Struktur eines Gebietes vor. Er definiert bebaubare und nicht bebaubare Bereiche und legt die Funktionen und Qualitäten der einzelnen Flächen fest. Er trifft auch Aussagen über Dichte und Höhe der Bebauung und definiert sensible Bereiche. Mit einem Masterplan werden die Weichen gestellt, wie viele Wohnungen, Arbeitsplätze, Grün- und Erholungsflächen, Einkaufs- und Kultureinrichtungen errichtet werden, welche Verkehrserschließung in welcher Konfiguration Platz finden sollen, und in welchem zeitlichen Ablauf die Umsetzung erfolgen soll. Der Masterplan ist die Phase des Diskurses, des Prüfens der Informationen. Auf dem Masterplan aufbauend erfolgt die rechtliche Verankerung in Form eines Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes mit strategischer Umweltprüfung und Klärung der Raumverträglichkeit bei Großprojekten.

Masterplan für das Projektgebiet

Zur Entwicklung eines Masterplans für den Gesamtraum zwischen Wiedner Gürtel und Gudrunstrasse wurde 2004 seitens der ÖBB, der Post und der Stadt Wien ein internationales Expertenverfahren ausgeschrieben, zu dem zehn zum Teil internationale Teams geladen wurden.

Grafische Darstellung Masterplan

Zentrale Aufgabenstellungen des zweistufigen Expertenverfahrens waren:

  • Ein Aufnahmegebäude für den Hauptbahnhof
  • Eine urbane gemischte Dienstleistungs- Handels- und Büronutzung im Bereich des Wiedner Gürtels
  • Eine hochwertige Wohnbebauung mit entsprechender sozialer und technischer Infrastruktur auf dem Areal südlich des neuen Bahnhofs.

Die hochkarätige Jury empfahl im Juli 2004, die Projekte der Architekten Hoffmann/ Hotz und Albert Wimmer zu einem Masterplan zusammenzuführen. Die Entscheidung basierte vor allem darauf, dass beide Projekte in den Grundzügen ähnliche Ansätze hatten.

2004 Beschlussfassung Masterplan

Der Masterplan wurde im Dezember 2004 unter dem Titel "Masterplan Bahnhof Wien - Europa Mitte" vom Wiener Gemeinderat einstimmig beschlossen. Aufgrund geänderter Vorgaben des Gleisprojekts der ÖBB und unter Berücksichtigung der Ergebnisse vertiefender Planungen und Untersuchungen waren laufend Anpassungen erforderlich. Eine dieser Untersuchungen war die Prüfung des Projekts auf eine mögliche Beeinträchtigung des in der Kernzone des Weltkulturerbes liegenden Schlosses Belvedere. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf wichtige Blickachsen gelegt. So ist u. a. sichergestellt, dass keines der geplanten Hochhäuser den Blick vom Unteren zum Oberen Belvedere beeinträchtigt.