Hauptbanhof - Wien

Vorüberlegungen

Weiterreichende Überlegungen zielten darauf ab, einen Bahnhof zu errichten, der mehrere Strecken zusammenfassen und bessere Umsteigemöglichkeiten garantieren sollte. Damit sollte der "Gründungsfehler" des Wiener Bahnbaus behoben werden, nämlich ausschließlich voneinander isolierte Kopfbahnhöfe zur Verfügung zu haben.

Es ging also um die Errichtung eines echten "Zentralbahnhofs". Ein konkret ausgearbeiteter Plan von 1910 sah zwei "Gruppenbahnhöfe" im Norden und Süden der Stadt vor, die jeweils drei von Wien abgehende Bahnlinien bündeln sollten.

Auch in der Zeit zwischen den Weltkriegen gab es zukunftweisende Projekte: Es gab Überlegungen einen Zentralbahnhof auf dem Frachtenbahnhof Matzleinsdorf oder in einem angrenzenden Bereich zu bauen.

1987 ÖBB-Konzept "Die Neue Bahn"

Im Rahmen des Konzeptes "Die Neue Bahn" werden 15 Leitprojekte entwickelt, die eine neue Bahnära einleiten sollen. Wesentliche Ausbau- und Neubauprojekte wie der viergleisige Ausbau der Westbahn, der Ausbau der Bahnlinie über den Schoberpass, die Tauernbahn oder der Transitkorridors Brennerachse etc. werden seit damals in Angriff genommen. Das Projekt 13 "Studie Zentralbahnhof Wien und Zulaufstrecken" hat die strategischen Ziele der Gegenwart bereits vorweg angenommen.

1995 Expertenverfahren zur Erlangung von Bebauungsstudien für das Südbahnhofareal

Im Rahmen eines Expertenverfahrens werden vier international anerkannte Architekten aus Wien und Zürich beauftragt, Strukturkonzepte und Bebauungsstudien für einen künftigen Bahnhof Wien zu erstellen. In diesem ersten Entwurf werden die beiden Kopfbahnhöfe Wien Süd und Wien Ost um einige Bahnsteige reduziert. Ein neuer "Durchgangsbahnhof Wien" ist auf zwei Geschoßebenen neben der vorhandenen Abstellgruppe geplant. Der Bahnhof reicht damit weit in den zehnten Bezirk (Favoriten). Der Frachtenbahnhof Wien Süd wird nicht in diese Planungen miteinbezogen.

2000 Städtebauliches Leitbild der Architekten Hoffmann, Lust, Pauser

Diese Untersuchung ergibt, dass eine vertikale Trennung von Nahverkehrs- und Fernverkehrsbahnsteigen nicht Ziel führend ist: Der Durchgangsbahnhof darf demnach nicht neben der vorhandenen Abstellgruppe im zehnten Bezirk (Favoriten) gebaut werden, sondern muss auf den Flächen der Abstellgruppe errichtet werden. Die Einbindung der S-Bahn von der Ostbahn soll unterirdisch über die "Schweizer Garten-Schleife" erfolgen.

2003 Studie zur Optimierung der ÖBB-Bahnanlagen

Die ÖBB beauftragen die Firma Basler und Partner mit der Erstellung einer Studie zur Optimierung der betriebsnotwendigen Bahnanlagen für den Personen- und Güterverkehr am Standort Wien Südbahnhof/ Ostbahnhof und Frachtenbahnhof Wien Süd. Eine Verringerung der Gleise soll Rationalisierungen im Bahnbetrieb und Kostenreduktionen für die ÖBB ermöglichen.

2003 Das ÖBB-Programm Bahnhofsoffensive

Die ÖBB-Bahnhofsoffensive zur Modernisierung der zwanzig frequenzstärksten Bahnhöfe berücksichtigt auch das Projekt "Bahnhof Wien Süd". Der ÖBB-Vorstand gibt den Auftrag im Rahmen der Bahnhofsoffensive gemeinsam mit dem Bund und der Stadt Wien alle Voraussetzungen für einen Neubau des Durchgangsbahnhofes zu schaffen.